Sinkende Wasservorräte und sanierungsbedürftige Leitungsnetze stellen die Wasserversorgung vor große Herausforderungen.
Wie die Versorgung auch in Zukunft gesichert werden kann und wo es dafür bessere Rahmenbedingungen braucht, darüber sprachen die Landtagsabgeordneten Gerd Bayer (GRÜNE, Main-Tauber-Kreis) und Lea Geldner (GRÜNE, Schwäbisch Hall) mit Vertretern der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG).

Der HWG zeigt, wie eine kreisübergreifende überregionale Versorgung funktioniert. Seit 1938 versorgt der Zweckverband Insgesamt 31.500 Personen über das 660 km Rohrnetz mit Trinkwasser. Das weitläufige Versorgungsgebiet stellt hohe Anforderungen an den Betrieb.
„Unser Zweckverband besteht seit vielen Jahrzehnten, aktuell steht die Generalsanierung an. Doch leider fehlt es hier an geeignete Förderstrukturen“, so der stellvertretende Verbandsvorsitzende und Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn. Während für den Bau neuer Anlagen Fördermittel zur Verfügung stünden, sei die Finanzierung notwendiger Sanierung häufig schwieriger.
Die zunehmende Trockenheit wirkt sich auch auf die Trinkwasserversorgung aus. Der HWG hatte im Sommer zum Wasser sparen aufgerufen. Nach Angaben von Blaufeldens Bürgermeister Dieterich wurde der Apell von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen. Auch Landtagsabgeordnete Geldner würdigt die Bereitschaft der Bevölkerung beim Wassersparen.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind zunehmend sichtbar: Immer mehr Bäche und Seen trocknen zeitweise aus, während Niederschläge häufig nicht ausreichen, um die Wasservorräte nachhaltig aufzufüllen. Es werde in Zukunft öfter solche Situationen geben, betont Uwe Hehn „Wir müssen als Kommunen dafür sorgen, dass wir das Wasser in den Flächen halten und somit das Grundwasser sichern.“
Die Trinkwasserqualität in der Region sei weiterhin gut, erklärte Geschäftsführerin Ansorge. Die Aufbereitung durch die Wasserversorgungsgruppe Nordostwürttemberg (NOW) in Weikersheim sowie die Ergänzung durch Bodenseewasser trügen dazu bei, die Versorgung zu stabilisieren und Schwankungen auszugleichen.
Ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs war der Abbau bürokratischer Hürden. Geschäftsführerin Ansorge kritisierte, dass für die wichtige Trinkwasserversorgung teilweise dieselben Auflagen gelten wie für Vorhaben in anderen Bereichen. Hinzu kämen langwierige Genehmigungsverfahren und zum Teil praxisferne Verwaltungsvorgaben.
Für die Wasserversorger sei deshalb entscheidend, dass Verfahren vereinfacht und Entscheidungen schneller getroffen werden. Dabei gehe es nicht darum, notwendige Schutzstandards aufzugeben, sondern die Vorgaben stärker an den tatsächlichen Auswirkungen eines Vorhabens auszurichten.
Gerd Bayer und Lea Geldner wollen die angesprochenen Probleme mit nach Stuttgart nehmen. „Der Bürokratieabbau steht im Koalitionsvertrag. Solche Fachgespräche aus der Praxis zeigen genau, wo es hakt“, betonte Bayer. Der direkte Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort helfe dabei, konkrete Hindernisse zu erkennen und Ansatzpunkte für bessere Rahmenbedingungen zu identifizieren.
Der Austausch machte deutlich, dass eine sichere Wasserversorgung mehr erfordert als ausreichend Wasser in den Leitungen. Eine leistungsfähige und gut instand gehaltene Infrastruktur, verlässliche Förderbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren und ein nachhaltiger Umgang mit Wasser sind entscheidend, um die Versorgung der Bevölkerung auch angesichts zunehmender Trockenheit langfristig zu sichern.